Inlandeis - Dichtigkeitstest (12)
18. Februar 2009 | Von Thomas Holz | Kategorie: Inlandeis & GranitDer Nachmittag war schon etwas vorangeschritten (ich gebe zu, dass wir uns unterwegs an ein Paar Leberkäsesemmeln vergangen haben), und wir wollten vom Parkplatz in Hinterriß noch etwas taleinwärts ziehen und dann unser Lager aufschlagen.
Diesmal sollte jeder einen eigenen Pulka ziehen, welchen wir randvoll beluden um mit möglichst viel Gewicht unterwegs zu sein. Nach einer guten halben Stunde mit den Ungetümen im Schlepptau, tauchte beim Abzweig ins Johannestal ein recht imposanter Wasser- bzw. Eisfall auf. Für uns ein Zeichen, dass hier ein geeigneter Lagerplatz war und außerdem wollten wir den Eisfall noch näher erkunden. Das Lager stand nach gefühlten 3 Minuten und schon waren wir mit leichtem Rucksack (Seil, Steigeisen, Pickel…) auf dem Weg in Richtung Eisfall.
Dummerweise erkannten wir erst jetzt, dass die Fälle (es wurden immer mehr) in der Klamm lagen, durch die der Johannesbach floss und es wahrscheinlich auch jetzt noch tut. Als Materialverantwortlicher überzeugte ich die Mannen, dass unsere Stiefel dicht sind und ging mutig watend voran durch die Klamm. Der Bach war rund 30cm tief und es dürften auch nur noch 30m bis zum Einstieg gewesen sein, als Peter sich beklagte, dass seine Socken nass würden. Komisch! Da hatte ich mich wohl getäuscht, aber jetzt wo er es sagte merkte ich es auch und Alex ebenso. Felix, der Glückliche (grandioses Wortspiel, oder?) war etwas hinter uns geblieben und befand sich noch im knöcheltiefen Teil des Baches, was ihm keine nassen Füße bescherte. Mich schauten jetzt zwei große Augenpaare an, denen beiden ein Ausdruck von Ratlosigkeit, Genervtheit aber auch ein kleines Schmunzeln (so meine Interpretation) inne wohnte. “He Jungs, es hätte doch deutlich schlimmer kommen können!” versuchte ich ihnen einzureden, was aber nicht funktionierte. “Wieso haben wir ihm das abgekauft?”, “In einer Selbstverständlichkeit läuft er an uns vorbei und schnurstraks in den Bach!” - mein Auftreten war wohl recht überzeugend.
Wir einigten uns darauf, dass es doch ein guter Test sei und wenn wir in Grönland nasse Füße bekämen, wüssten wir was zu tun sei. Vorrausgesetzt, dass wir die Innenschuhe wieder trocken bekämen. Wieder bei den Zelten wurden die Schuhe auseinandergenommen und zum Trocknen vorbereitet. Den Rest des Abends musste ich noch allerlei Spott über mich ergehen lassen. Ich hatte es verdient! Wenn die Schuhe bis morgen nicht trocketen, wäre die geplante Tour sicher kein Spaß. Im Sinne der Wissenschaft wählten wir verschiedene Techniken um die Innenschuhe wieder trocken zu bekommen. Und welche Technik am erfolgreichsten war, erzähle ich euch beim nächsten Mal!