Inlandeis - Training (4)

18. Januar 2009 | Von Thomas Holz | Kategorie: Inlandeis & Granit
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Nachdem nunmehr bekannt ist, wie ich in den glücklichen Umstand kam, mich Mitglied im “Inlandeis und Granit-Team” (so der Name der Expedition) nennen zu dürfen, fragt ihr euch bestimmt, was einem da so durch den Kopf geht.

Ehrlich gesagt sind es neben jeder Menge genialer Bilder von herrlichen Eisflanken und atemberaubender Landschaft auch Zweifel oder sagen wir gehöriger Respekt. Fünf Wochen Grönland zu Fuß, klirrende Kälte und ein 100kg-Pulka hören sich zwar sehr maskulin an, bedeuten aber auch viel Entberung, Anstrengung und Schinderei. Nach meiner letzten größeren Unternehmung in Alaska hatte ich mir eigentlich geschworen nie mehr einen doofen Schlitten hinter mir her zu ziehen - es scheint wohl mein Schicksal zu sein, es doch immer wieder zu tun. Vergessen wir also die Gedanken an Fast-and-Light & Co. An dieser Stelle rächt es sich bitter, wenn man nahezu jedes lange Wochenende beim Sportklettern in Arco und Umgebung verbracht hat.

Ein passender Trainingsplan muss also her und da die Entscheidung zur Expedition quasi mit dem ersten Schnee fällt, liegt nichts näher als das Ausdauertraining auf Skiern zu absolvieren. Idealerweise liegt das Brauneck und das gleichnamige Skigebiet in unmittelbarer Nähe. Mit meinem Chef Klaus wird vereinbart, dass ich ab sofort später zu arbeiten anfange um 3-4mal die Woche morgens mit den Tourenskiern aufs Brauneck zu springen. Ein echter Kampf, vor allem was das Aufstehen angeht. 6.30 Uhr klingelt der Wecker - eigentlich nicht unmenschlich, allerdings erwarten mich verdächtig tiefe Temperaturen. Nicht selten starte ich an der Brauneck-Talstation bei -15°C. Ein erster Test für Grönland? In gleichmäßigem Schritt geht es dann bis zum Gipfel, eine ausreichende Belohnung fürs Aufstehen.

Die freien Wochenenden sind meiner Freundin und längeren Touren vorbehalten, wobei sich ihre Ambitionen für lange, ausdauernde Touren in Grenzen halten, was aber kein Problem darstellt. Ich ziehe sie daher einfach des öfteren im ausgepolsterten Pulka hinter mir her - wenn das keine Synergie-Effekte sind. Bereits nach wenigen Wochen merke ich, dass die Fitness schon ordentlich zugenommen hat. Die Brauneck-Teststrecke laufe ich mittlerweile in unter einer Stunde, und das ohne mich auszupowern, da wir in Grönland ja keine Wettkämpfe veranstalten, sonder konstant Leistung bringen müssen. Um auf Nummer sicher zu gehen, hat Alex im Höhenbalance-Institut bei Jutta Stephan einen Termin vereinbart. Die unheimlich nette (wenn auch fordernde) Dipl.-Sportwissenschaftlerin wird unsere Fitness beim Laktat-Test und bei der Spiro-Ergometrie auf Herz und Nieren testen. Seid also gespannt, was dabei rauskommt!

Demnächst mehr dazu!

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