Inlandeis - Testtage (9)
9. Februar 2009 | Von Thomas Holz | Kategorie: Inlandeis & GranitNachdem wir schon einiges Material auf Tagestouren getestet haben und uns selber der Leistungsdiagnostik unterzogen haben, wurde es Zeit, dass wir uns und das Equipment über mehrere Tage und unter möglichst realistischen Bedingungen nochmals genauer unter die Lupe nehmen.
Das Team wollte sich also am 3. Februar um 8 Uhr morgens im Materiallager bei Bergzeit in Holzkirchen. Mittlerweile waren die Ausrüstungsberge ganz ordentlich angewachsen, so dass es erstmals ans Aufteilen gehen sollte. Bis 8.30 hatten sich auch immerhin schon Alex und meine Wenigkeit eingefunden. Peter hatte sich gemeldet und mitgeteilt, dass er im Stau steht und Felix hatte die Stecke von Oberstdorf und/oder sein Gefährt unter- bzw. überschätzt. Der alte VW-Bus mit Camper-Aufbau schafft selten mehr als 70km/h, eignet sich aber hervorragend als mobile Einsatzzentrale und Lagerplatz für Pulkas.
Bis die Ausrüstung sortiert und von einem großen Berg in vier mittlere umgeschichtet war, trafen dann auch die letzten im Bunde ein. Frühstück im Hotel nebenan war erstmal angesagt und außerdem sollte der genaue Plan für die kommenden Stunden ausgearbeitet werden um möglichst wenig Zeit ungenützt verstreichen zu lassen. Der heutige Tag war voll mit allerlei organisatorischen Tätigkeiten. Ein Teil des Teams musste noch unsere nagelneuen Völkl Massak Skier mit Bindungen versehen, während der Rest der Mannschaft gen München aufbrach um die Videokamera zu besorgen, mit der wir unsere Expedition dokumentieren werden. Danach musste das Equipment so umgepackt werden, dass wir es auch auf Pulkas transportieren können. Bis wir alles beisammen hatten, war es dann auch schon 16 Uhr. Für den folgenden Mittwoch hatte sich ein Team von Sat1 angekündigt, welches uns bei der Vorbereitung filmen wollte.
Für uns bedeutete dieser erfreuliche Umstand, dass wir unsere komplette Ausrüstung heute schon aufbauen mussten um sicherzustellen, dass auch alles passt und funktioniert. Leider fehlte ein wichtiges Utensil noch: da wir auf Grönland mit dem Besuch von Eisbären rechnen müssen, sichert man das Camp normalerweise durch einen Bärendraht, einem Stolperdraht der Alarm auslöst und uns rechtzeitig warnt und hoffentlich den Eisbär gleich so erschreckt, dass er das Weite sucht (so zumindest unsere Theorie). Draht und Befestigungsstangen hatten wir - lediglich die nicht unwichtige Alarmanlage, die wir uns im Internet bestellt hatten, war noch nicht eingetroffen. Da wir demnach mit der Lieferung am Mittwoch rechneten und Sat1 sich erst für 12 Uhr angekündigt hatte, lag die Entscheidung nahe die erste Nacht in der Nähe zu verbingen um am nächsten morgen noch an unsere Alarmanlage zu kommen. Zwischen Tölz und Lenggries fand sich auch ein nettes Plätzchen, so dass der ersten von vier Nächten im Zelt nichts im Wege stand. Schnell waren die Vaude-Zelte aufgestellt, die Exped-Matten aufgepumpt und die Benzinkocher am Surren, da unser Speiseplan die komplette Bandbreite der Trek’N'Eat Mahlzeiten abdeckte. Jägertopf mit Rindfleisch und als Desert Mousse au Chocolat - beides wirklich sehr zu empfehlen. In gemütlicher Runde und bei einem leckeren, wenn auch zu kühlem Glas Rotwein ging der turbulente Tag zu Ende.
Wie es weiterging und was die kommenden Tage brachten erfahrt ihr in Kürze - bleibt also gespannt!