Inlandeis - Testfazit (14)
6. März 2009 | Von Thomas Holz | Kategorie: Inlandeis & GranitAm Anfang der Woche waren wir losgezogen um Material, Bekleidung und uns zu testen. Vier aufregende Tage später sind die Köpfe voll von wertvollen Erfahrungen, neuen An- und Einsichten, die uns das Leben in Grönland sicher erleichtern werden.
Angefangen bei schwerwiegenden Erkenntnissen, wie der Tatsache, dass das Zelt für Alex und Peter (Peter kommt auf über 1.90m Lebensgröße) etwas zu kurz geraten ist, über die Einsicht, dass die Schuhe nicht wasserdicht sind (man erinnert sich auch am heutigen Tage noch gern an den kleinen Exkurs in der Klamm), bis hin zu der Überlegung ein zweites Paar Innenschuhe mitzunehmen, waren und sind es oft die Kleinigkeiten, die man ansonsten wahrscheinlich erst vor Ort erfahren hätte. Der lange Marsch in die Eng hat gezeigt, dass bei Temperaturen um die null Grad unsere Schuhe deutlich zu warm sind, was den Füßen ordentlich zusetzt. Bevor es also losgeht, wird sich jeder Teilnehmer noch ein Paar leichtere Innenschuhe besorgen.
Um den Komfort beim Kochen zu erhöhen, werden die Kocher vom Typ Optimus Nova auf kleine Bretter montiert. Auf diese Weise ist ein sicherer Stand gewährleistet und da das Packmaß beim Transport mit dem Pulka nicht das wichtigste Kriterium ist, bietet dieser Aufbau auch den Vorteil, dass der Kocher nicht im Schnee versinkt bzw. sich durch das Eis hindurchschmilzt. Unsere beiden Vaude Zelte vom Typ Space K2 werden wir gegen zwei neue Vaude Zelte vom Typ Mark V Snow eintauschen. Das größere Raumangebot entschädigt für das etwas größere Eigengewicht. Ansonsten wäre das Vaude Space K2 ein geniales Zelt für die Berge.
Wichtig war auch zu sehen, ob alle elektrischen Geräte bzw. deren Adapter zu unserem Solarpanel von SolarFocus passen und in annehmbarer Zeit geladen werden, was dank einer gigantischen Leistung von 100Watt kein Problem ist. Zudem hat uns das Team von Krimmer-Outdoor gut mit zusätzlichen Adaptern versorgt. Neben der Manöverkritik gilt es auch den Expeditionsvertrag zu verfassen um grundlegende Dinge festzuhalten, die sich vor allem um entstehende Kosten und das Ausscheiden eines oder mehrerer Teilnehmer vor oder während der Expedition drehen. Die Verträge werden für die Dauer der Expedition sicher verwahrt.
Während der Papierkram schon einen halben Tag in Anspruch nimmt, ist der restliche Tag für das Sortieren und Reinigen der Ausrüstung bestimmt. Schließlich soll alles sauber und trocken sein, bevor wir einen Großteil des Equipments per DHL vorrausschicken. Mein Keller, durch den drei große Heizungsrohre laufen, ist der perfekte Ort dafür. Bis die riesige Menge an Ausrüstung wieder eingepackt wird, wird das Kellerabteil zum Sperrgebiet erklärt - hineingepasst hätte sowieso nichts mehr. Sobald alles trocken ist, was nicht lange dauern sollte, werden wir große Teile vorrausschicken um die Kosten für Über- und Sperrgepäck gering zu halten. Robert Peroni, unser Ansprechpartner in Grönland und Leiter des legendären Red House’, wird die Pakete entgegennehmen und bis zu unserer Ankunft verwahren.