Inlandeis - Pulkatest (11)

16. Februar 2009 | Von Thomas Holz | Kategorie: Inlandeis & Granit
leadimage

“In der Zukunft wird jeder einmal für 15 Minuten berühmt sein” (frei nach Andy Warhol). Wenn in unserem Fall auch nur 2 Minuten rausspringen sind wir auch zufrieden. Auf jeden Fall war der vergangene Tag mit Sat1 richtig unterhaltsam und entspannend. Da wir aber weniger an eine Karriere beim Film glauben und noch keiner auf die Idee kam ‘Germany’s next Top-Bergsteiger’ zu suchen (wir würden uns eh nicht bewerben), widmen wir uns also wieder der Mission Grönland.

Da wir sowieso schon im Rofan waren, bot sich ein kleiner Abstecher auf die netten Gipfel in der näheren Umgebung an. Heute sollten also die Skier oder vielmehr das Zusammenspiel Ski, Schuh und derjenige der darinsteckt getestet werden. Die Bedingungen waren zwar alles andere als Berauschend und von wenig Pulver über eine gute Portion Bruchharsch und etwas Blankeis war wirklich alles dabei. Unser Ziel, die Seekarlspitze, war schnell erreicht. Da der Föhnsturm mittlerweile aber mächtig am Blasen war, fiel die Gipfelrast nur kurz aus und außerdem hatten wir regelrecht Mühe uns in Kammnähe auf den Beinen zu halten. Der Gipfelhang selber war stellenweise recht blank und verblasen, was sich aber ganz gut fahren ließ. Es war jedoch ein recht schwammiges Gefühl - man muss wissen, dass wir mit den Expeditionsstiefeln unterwegs waren - und ungewohnt, da die richtigen Tourenstiefel deutlich mehr Halt bieten.

Der verblasene Gipfelhang ging dann allmählich in Bruchharschgelände über, was die Ski-Schuh-Kombi dann doch an ihre Grenzen brachte. Vielleicht lag es aber auch an meinem Fahrkönnen. Nachdem ich mir also mehr schlecht als recht den Weg zurück zum Camp bahnte, wo die Jungs schon warteten (all jene, die durch die BW-Skischule gingen, waren klar im Vorteil), kam Alex auf die Idee uns in den Hang über den Zelten zu schicken um uns zu filmen. Der aufgeweichte Südhang ließ sich dann doch deutlich besser fahren, was mich wieder zuversichtlicher stimmte. Der weitere Plan sah vor, dass wir unsere Zelte wieder abbauten um ins Karwendel zu verlegen. Das hieß also die Pulkas beladen und irgendwie ins Tal abfahren. Da diese Dinger und ihre Ladung ein stattliche Gewicht aufweisen, wurde die ansich entspannte Talabfahrt nach Maurach doch recht anstrengend. In Zweierteams mit dem Lenker vorne und dem Bremsmann hinten, bahnten wir uns den Weg durch den Skizirkus (im wahrsten Sinne des Wortes). Mehrere Skifahrer fragten uns sogar ob wir hier Tote und Verletzte transportieren würden. Die schauen wahrscheinlich alle zuviel fern.

Die rund 900 Höhenmeter lange Abfahrt war zwar recht lustig, allerdings spürten wir im Tal alle unsere Oberschenkel bzw. das Brennen darin. Die anschliesende Fahrt nach Hinterriß sollte etwas Entspannung bringen und der restliche Tag verlief dann doch etwas anders als gedacht (und wer wissen will wie es weitergeht, der darf gespannt bleiben).

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Ein Kommentar
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  1. Na ihr Grönland Missioneers… ich hab letztens die Rofan-Wiesing-Abfahrt gemacht. Die war cool!

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