Inlandeis - Filmtag (10)

14. Februar 2009 | Von Thomas Holz | Kategorie: Inlandeis & Granit
leadimage

Der Föhneinbruch der letzten Tage beschert uns leider recht warme Temperaturen, so dass das Thermometer am Morgen gerade mal -2°C zeigt - quasi T-Shirt-Wetter.

Die Expeditionsschlafsäcke sind für diese Temperaturen fast zu warm und werden zum Schlafen wie eine Decke eingesetzt. Die Atemluft, die das Zeltinnere normalerweise zu einer lustigen Schneekristallanfschaft werden lässt, ist nicht mal im Ansatz gefroren. Schade, denn selbiges erspart das sorgfältige Trocknen, da man den Schnee einfach ausschütteln und abklopfen kann. Aus dem Zelt von Alex und Peter hört man das erste Murren: “So ein Sch…, das ist ja viel zu kurz!” In der Tat scheint das Zelt für die Beiden etwas zu klein geraten, da man ihre Umrisse durch das Außenzelt gut erkennen kann und an diesen Stellen Feuchtigkeit und Kälte eindringt. Diesen Umstand müssen wir in den kommenden Nächten im Auge behalten.

Während sich auf den umliegenden Wiesen die Nebel lichten und die ersten Jogger vorbeikommen, schlagen wir unser Lager ab und machen uns auf den Weg. Ein Teil des Teams wird als Vorauskommando ins Rofan fahren, wo wir uns mit Sat1 treffen. Der Rest macht sich auf die Suche nach der Alarmanlage, die mittlerweile bei Bergzeit angekommen sein sollte und die wir dringend für unseren Bärendraht benötigen. Wie erhofft ist das Päckchen tatsächlich schon eingetroffen, so dass wir das Gerät gleich mal testen können. Stift ziehen und… ohrenbetäubender Lärm schießt uns aus dem kleinen Kasten entgegen. 120 Dezibel und ein hässlicher Ton obendrein. Schnell wieder den Stift rein. Verdammt, das Teil heult immer noch. Ein schneller Blick in die Bedienungsanleitung und wir finden den Zahlencode um das Höllenteil auszuschalten.

Mittlerweile sind die Kollegen durch den Lärm auch recht genervt, so dass wir schnell das Weite suchen. Zumindest funktioniert unser Alarmgeber recht eindrucksvoll. Wir stoßen zu Peter und Felix, die auf dem Parkplatz der Rofanbahn unser Material sortieren und in die Pulkas verpacken. Von hier aus geht es zur Gipfelstation und dann ab ins Gelände, wo wir unser Lager für die kommende Nacht aufschlagen. Norman und Susanne vom Sat1 Landesstudio - uns super sympathisch  - werden uns hierbei begleiten und unseren Tagesablauf filmen. Der Tag dient also mehr PR-Zwecken um unseren Sponsoren gerecht zu werden und wird eher entspannend. Wir zeigen den Zeltaufbau und das Ausheben einer windgeschützten Kuhle um das Zelt vor Sturm zu schützen.

Wir ziehen im Gänsemarsch unsere Pulkas an der Kamera vorbei und bereiten leckere Gerichte von Trek’N'Eat zu, die auch Susanne und Norman recht gut zu schmecken scheinen. Zahlreiche Interviews über unsere Ausrüstung und das Team folgen, während das Ganze von strahlendem Sonnenschein und einem herrlichen Panorama begleitet wird. Unsere Bärenfalle wird zum echten Highlight und funktioniert perfekt und wie erwartet recht laut. Zum Abschluss begleiten wir die Beiden zurück zur Bahn um an einem kleinen Felsriegel auf dem Weg noch ein Paar Actionaufnahmen abzufilmen. Die Ausstrahlung soll irgendwann im März stattfinden und wenn alles passt, werden es sogar zwei oder drei Beiträge, da der Tag laut Norman wohl recht ergiebig und spannend war.

Wir verabschieden die zwei und gönnen uns zum Abschluss noch ein oder zwei Bier auf der Erfurter Hütte. Filmarbeit macht eben durstig. Der Abend bringt eine sternenklare Nacht und eine Ruhe, wie man sie nur in den Bergen findet. Der Start in die Trainingswoche hätte nicht besser laufen können - ab morgen geht es dann ans Eingemachte!

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