Alpencross - Es läuft endlich (14)

14. März 2009 | Von Christoph Ebert | Kategorie: Alpencross mit Ski
leadimage

Endlich ein Beitrag, in dem ich nicht über schlechtes Wetter oder nassen Schnee schimpfe, sondern einfach nur über die Freude an den Bergen berichten kann…

Von Davos ging es zunächst über den alten Zuegenweg nach Wiesen. Laut Hinweistafel einst der bequemste Weg nach Davos… Mein lieber Scholli! Kein Wunder, dass die Davoser über Jahrhunderte auswanderten…

Es folgen ab Salouf drei hochalpine Prüfungen: der Pass da Surcarangas (2700m), der Safierberg und der Tomuelapass (jeweils 2500m), bevor ich mit Vals vielleicht das liebenswürdigste Bergdorf, dass ich bislang kennenlernen durfte erreiche. Dennoch muss ich weiter. Aus Vals heraus führt nur eine sehr enge Schlucht. Ich gehe auf Ski, soweit es mir möglich ist. Dann stoppe ich einen vorbeifahrenden Postbus, bevor derselbige mich überfährt. Noch am selben Tag steige ich auf den Pisten des Lumnezia Skigebietes auf und fahre lawinensicher hinab ins Rheintal.

Zwar hatte ich auch in der letzten Woche immer wieder mit schlechter bis miserabler Sicht zu kämpfen (diverse Sprünge über und Tauchfahrten in unsichtbare Hügel inbegriffen) aber es überwog der traumhafte Neuschnee (täglich etwa 10cm frischer Puderzucker). Besonders in Erinnerung bleibt mir die Abfahrt vom Pass da Surcarangas nach Bärenburg. Zunächst über endlos weite Felder führt der Weg schnell in einen dicht gewachsenen Wald. In bester James-Bond-Manier preschte ich über den steilen und viel zu engen Waldweg hinab. Erst, nachdem ich über einen kleinen Bach springe und kurz darauf gerade noch den Kopf unter einem umgefallenen Baum hindurch einziehen kann, entscheide ich mich, die Skier abzuschnallen… kurz darauf ziehe ich sie wieder an, da es so viel Spass gemacht hat!

Dennoch bleiben zwei Wehmutstropfen: Zum einen habe ich mich endgueltig entschieden, die Campingausrüstung zurückzulassen, da die Lawinenwarnstufe noch immer zwischen “erheblich” und “groß” schwankt. Zum anderen bereitet mir mein rechter großer Zeh Sorgen. Wohl aufgrund des permanenten Drucks durch den Skischuh hat es den Nagel tief ins Fleisch gedrückt. Vor allem bei der Abfahrt bereitet dies teils üble Schmerzen… Schmerzen sind überhaupt ein gutes Thema: jeden Morgen zwickt inzwischen etwas anderes. Meist Schultern oder Wade. Aber nichts, was mich aufhalten könnte… im Gegensatz zum Wetter, auf dass ich noch immer größte Hoffnungen setze. Auch auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen: es kann ja nicht ewig schneien!

P.S.: Während ich diese Zeilen in einem Gasthof in Obersaxen schreibe schneit es vor dem Fenster unaufhörlich in dicken, schweren Flocken…

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