Alpencross - Kribbeln (7)
15. Februar 2009 | Von Christoph Ebert | Kategorie: Alpencross mit SkiNoch eine Woche… nur noch eine Woche. In meinen Träumen dreht sich längst alles um Berge, Schnee und potentielle Probleme.
Die letzten Wochen sind viel zu schnell vorbei gerauscht. Meine Vorbereitung ist längst nicht an dem Punkt, an dem ich sie gerne hätte. Ich fühle mich zwar fit, aber längst nicht bereit. Auch die Routenplanung ist eigentlich abgeschlossen, aber dennoch überarbeite ich sie jeden Tag aufs Neue und würde am liebsten jeden Meter des Weges auswendig kennen. Als ich meinen Weg mit Alex Römer (vom „Inlandeis und Granit“-Team) besprochen habe, sah dieser mich mit immer ungläubigeren Augen an – und scherzte schließlich, dass er froh sei, nur nach Grönland zu müssen. Eine nicht unbedingt gelungene Abfahrt vom Galtjoch hat mein Selbstvertrauen zusätzlich erschüttert. Außerdem hat der Höhenverträglichkeitstest bei Höhenbalance in München gezeigt, dass ich zur potentiellen Risikogruppe für Höhenkrankheit gehöre. Für mich spricht lediglich die Akklimatisierung während des langen Anmarsches, bevor ich größere Höhen erreiche. Und zu allem Überfluss sind da noch die Anderen mit ihren mitleidigen Blicken. Die meisten halten mich entweder für bescheuert oder für vollkommen größenwahnsinnig.
Immer wieder höre ich Fragen danach, was ich tue, falls ich mich verletze; wie ich im Notfall Hilfe besorge und so weiter. Hier ist mein Sicherheitskonzept: Bis auf einen Tag in Andermatt sind keine festen Pausentage eingeplant. Stattdessen werde ich versuchen, bei gutem Wetter so weit wie möglich voran zu kommen, um mir dann bei schlechten Voraussetzungen eine Auszeit gönnen zu können. Jeden Abend zwischen 19 und 21 Uhr wird das Handy eingeschaltet, um aktuelle Wetter- und Lawineninfos erhalten zu können. Zumindest dann, wenn ich Empfang habe. Für den Fall eines Lawinenabganges liegt mein ganzes Vertrauen auf ABS-Rucksack und Piepser. Ehrlich gesagt: Ja, ziemlich dürftig. Aber alles, was mir unter den Umständen möglich ist. Wenigstens ist endlich der Schnee eingetroffen. Gletscherspalten sollten weitgehend zugeschneit sein und auch mein Startpunkt Augsburg präsentiert sich mittlerweile wenigstens ein bisschen winterlich.