Alpencross - Orientierung (6)

4. Februar 2009 | Von Christoph Ebert | Kategorie: Alpencross mit Ski
leadimage

Eine Strecke von etwa 800 Kilometern durch fünf Länder… jede Menge Möglichkeiten, sich hoffnungslos zu verirren. Größer als meine Angst, urplötzlich in Wien zu stehen ist aber die vor den ganz kleinen Navigationsfehlern.

Ein wenig zu früh links abgefahren und plötzlich steht man über einer senkrechten Felswand. Einmal falsch aufgestiegen und man muss sich stundenlang durch den Wald quälen, anstatt mühelos den Fahrweg hinauf zu gleiten. Die Möglichkeiten für Fehler sind schier unbegrenzt. Und jeder Fehler kostet Zeit, Kraft und Sicherheit. Besonders ausführlich widme ich mich deshalb der Routenplanung. Das GPS (ich  benutze ein Garmin 60 Csx) ist dabei natürlich der zentrale Dreh- und Angelpunkt. Aber alleine aufs Garmin GPS zu vertrauen, ist absolut unzureichend. Starke Bewölkung schränkt den Empfang ein, die Batterien machen leicht schlapp und so weiter. In jedem Fall muss eine zweite Orientierungshilfe her. Karten aller durchquerten Gebiete mit zu führen, ist schlichtweg ein Ding der Unmöglichkeit. Also bastele ich mir meine Karten selbst zusammen…

Ausgangspunkt meiner gesamten Routenplanung ist Google Earth. Habe ich mir anhand der Satellitenbilder einen ungefähren Plan des Routenverlaufs gemacht, suche ich gezielt nach existierenden Skirouten, Hütten und Skigebieten. Falls bereits eine Route existiert, verwende ich diese natürlich. So werde ich von Saas Fee nach Chamonix beispielsweise der „Haute Route“ folgen. Existiert nichts, oder kann ich es nicht finden, wird es schwierig. Anhand sämtlicher verfügbarer Informationen (Google Earth, topographische Karten, Fotos, OpenStreetMap, etc.) versuche ich dann, mir einen möglichst exakten Überblick des Weges zu verschaffen und einen günstigen Wegverlauf entlang den natürlichen „Schwachpunkten“ der Berge zu finden. Diesen zeichne ich anschließend in Google Earth ein und übertrage ihn samt aller wichtiger Wegpunkte auf mein GPS.

orientierung22

Den so festgelegten Routenverlauf versuche ich anschließend möglichst übersichtlich auf einer oder mehreren der Quelldaten aufzuzeichnen. Bis zum Start meiner Tour sollte so jede Tagesetappe auf ein Blatt Papier passen. Dieses „Roadbook“ muss dann nur noch auf wasserfestes Papier gedruckt und im Rucksack verstaut werden. So hoffe ich, mit der Unterstützung von GPS, Kartenmaterial, Kompass und Höhenmesser auch tatsächlich in Grenoble anzukommen – und nicht in Wien…

Tags: , , ,

Schreibe einen Kommentar