Alpencross - Halbzeit (16)
18. März 2009 | Von Christoph Ebert | Kategorie: Alpencross mit Ski21 Tage sind seit meinem Start vergangen. Drei Wochen, in denen ich täglich zwischen sechs und zehn Stunden auf Skiern stand. Nicht nur, weil dies etwa der Hälfte der geplanten Zeit und Route entspricht, sondern auch, weil ab sofort ein vollkommen neuer Abschnitt beginnt, halte ich es für angemessen, eine Zwischenbilanz zu ziehen.
Was habe ich die letzten 21 Tage getan? Der Tag begann meist früh morgens. Im Schein der Stirnlampe suchte ich mir meinen Anmarsch über Loipen, Wiesen und Wanderwege. Danach ging es im Schnitt (laut GPS) täglich 1.250 Meter in die Höhe. Am frühen Nachmittag mache ich mich auf Quartiersuche und kaufe ein. Ich esse derzeit wie ein Sumoringer. Der Versuch, die Kalorien eines Tages zu zählen hat mich auf knapp 6000 gebracht. Nach einem kurzen Telefonat mit zu Hause und den neuesten Lawinen- und Wetterberichten geht es dann sehr früh in die Heia.
Kurz: mein Leben besteht aus Laufen und Schlafen. Aber es ist herrlich! Meist bin ich den ganzen Tag alleine mit den Bergen. Meine Entscheidungen treffe ich nur im Dialog mit Wetter und Schnee. Die absolute Freiheit. Besonders schön ist es natürlich an Sonnentagen. Eigentlich war mir schon für gestern ein Ausblick bis zum Matterhorn versprochen worden. Als ich auf dem Furkapass stehe sehe ich aber wieder einmal kaum mehr als meine Skispitzen. Umso glücklicher war ich aufzuwachen und zu sehen, dass tatsächlich ein neuer Abschnitt beginnt: ich bin im Reich der 4000er angekommen.
Obwohl es nicht auf meinem Weg liegt, gönne ich mir eine Bergfahrt aufs Eggishorn, wo ich ein atemberaubendes Panorama vorfinde. Zu meiner Rechten Aletsch, Jungfrau, Mönch und Eiger. Zu meiner Linken mein weiterer Weg Fletschhorn, Alphubel, Breithorn - und natürlich das bereits versprochene herrliche Wahrzeichen der Schweiz: das Matterhorn. Als ich diese Riesen sehe, wird mir wieder etwas mulmig… Es wird Ernst!